KI Klub Werder e.V.

Digitaler Werkzeugkasten

Werkzeuge aus dem Klub, die du kostenlos nutzen kannst

Im Klub entsteht nicht nur Wissen, sondern auch Software. Drei Werkzeuge lösen Probleme, die wir aus der eigenen Vereinsarbeit kennen: Kommentare moderieren, einen Verein verwalten und Daten so aufräumen, dass eine KI damit richtig antwortet. Alle drei sind Open Source und für den eigenen Server gemacht. Dazu ein viertes Werkzeug, das keine Installation braucht: der KI-Modell-Radar läuft offen auf unserer Website.

Was „Open Source“ hier für dich bedeutet

Kostenlos und offen

Der Bauplan — der Quellcode — liegt öffentlich auf GitHub. Du darfst die Werkzeuge nutzen, weitergeben und verändern lassen. Es gibt keine Lizenzgebühr und kein Abo.

Läuft auf deinem Server

Jedes Werkzeug ist dafür gebaut, auf einem eigenen kleinen Server zu laufen. Deine Daten bleiben dort, solange du keine externen Dienste dazuschaltest — deren Datenwege gelten dann zusätzlich.

Ehrlich beschriftet

Bei jedem Werkzeug steht, was getestet ist und was noch nicht. Die Projekte sind jung — das schreiben wir hin, statt es zu verschweigen.

Die Werkzeuge sind ehrenamtlich gebaut und werden ohne Gewähr bereitgestellt. Einen Anspruch auf Betreuung gibt es nicht. Der Verein stellt den Quellcode bereit; Einrichtung, Betrieb und die Entscheidungen im laufenden Betrieb — etwa welche Kommentare gelöscht werden und wie mit Mitgliedsdaten umgegangen wird — übernimmt, wer das Werkzeug einsetzt. Fragen dazu kannst du jederzeit bei unseren Treffen stellen.

Die drei Werkzeuge zum Selbsthosten

kommentarwache

Kommentare moderieren, ohne jeden einzeln zu lesen.

Lizenz Apache-2.0
Läuft auf eigenem Server
Version 0.1 (Oktober 2026)

Das Problem

Unter den meisten Kommentaren auf einer Vereinsseite oder einem Social-Media-Kanal ist nichts zu tun. Unter einigen wenigen ist es dringend. Dazwischen liegt eine große Grauzone aus Gereiztheit, Sarkasmus und Streit. Alles von Hand zu lesen kostet Zeit und Nerven — und ein einfacher Filter für „negative“ Kommentare hilft nicht, denn berechtigte Kritik ist keine Beleidigung.

Was das Werkzeug macht

kommentarwache liest die Kommentare mit, erledigt die klaren Fälle selbst und legt nur die unklaren einem Menschen vor. Dabei schauen zwei unabhängige Modelle hin: ein schnelles entscheidet zuerst, bei Zweifeln bekommt der Kommentar eine zweite Meinung von einem Sprachmodell auf dem eigenen Server. Ausgeblendet oder gelöscht wird nur, wenn beide den Verstoß bestätigen.

  • Kritik bleibt stehen

    Ein harter Kommentar über eine Entscheidung ist keine Regelverletzung. Beleidigungen, Drohungen, Hetze und Spam sind es.

  • Du bestimmst die Leine

    Pro Kanal einstellbar von „aus“ über „Probelauf“ (es wird nur aufgezeichnet, was passiert wäre) bis „automatisch“ — mit einer Obergrenze pro Stunde.

  • Alles nachvollziehbar

    Jede Modellantwort und jede Entscheidung wird protokolliert; die Einträge sind so miteinander verknüpft, dass nachträgliche Änderungen auffallen. Im Dashboard steht bei jedem Fall, warum er dort liegt.

Für wen

Vereine, Initiativen, kleine Redaktionen und Blogs mit eigener Kommentarfunktion.

Was du brauchst

Einen Linux-Server mit 16 GB Arbeitsspeicher und Docker. Keine Grafikkarte.

Wenn dir das nichts sagt: Bring die Frage zum Treffen mit.

Ehrlicher Stand

Die Kernfunktion, das Dashboard und die Schnittstellen laufen Ende zu Ende und sind mit 130 automatischen Tests abgedeckt. In einem Test mit 357 echten, englischsprachigen Kommentaren musste nur etwa jeder elfte von einem Menschen gelesen werden. Das ist ein einzelner Datensatz und kein Beweis für deutsche Kommentare. Die Anbindungen an YouTube, Facebook und Instagram sind noch nicht mit echten Konten erprobt — deshalb gibt es den Probelauf.

OpenVerein

Vereinsverwaltung, die dem Verein gehört.

Lizenz AGPL-3.0
Läuft auf eigenem Server
Stand: frühe Entwicklung

Das Problem

Mitgliederlisten in einer Tabelle, Beiträge im Kopf der Kassiererin, Rechnungen in einem anderen Programm, Anmeldungen per Mail: die Verwaltung eines eingetragenen Vereins verteilt sich auf ein halbes Dutzend Werkzeuge, die nichts voneinander wissen. Viele kommerzielle Cloud-Lösungen rechnen nach Mitgliederzahl ab und speichern die Daten beim Anbieter.

Was das Werkzeug macht

OpenVerein bringt die Vereinsarbeit in ein Programm, das du selbst betreibst: Mitglieder, Gruppen und Haushalte, Beiträge und Rechnungen, die Kasse, Veranstaltungen, Vereinspost, Dokumente — und ein Portal, in dem Mitglieder ihre Daten selbst pflegen. Gebaut wird das Stück für Stück, und nicht alles davon ist fertig: die Bereiche darunter sind unterschiedlich weit gediehen. Ziel ist von Anfang an, dass sich jeder Datensatz exportieren lässt und alles auch über eine Schnittstelle erreichbar ist.

  • Mitglieder und Beiträge

    Mitgliedschaften mit Datum, Haushalte mit Familienrabatt, Beitragssätze nach Altersstufen, Rechnungen, Mahnungen, SEPA-Lastschrift und E-Rechnung.

  • Kasse mit Prüfspur

    Einnahmen-Überschuss-Rechnung auf einem nachträglich nicht veränderbaren Journal, Kassenbuch, Spendenbescheinigungen, Bericht für die Kassenprüfung und DATEV-Export.

  • Vereinsleben

    Veranstaltungen mit An- und Abmeldung, Warteliste und Anwesenheitslisten für Förderanträge, Abstimmungen, Mitgliederversammlungen und Protokolle.

Für wen

Eingetragene gemeinnützige Vereine, die ihre Verwaltung selbst in der Hand behalten wollen.

Was du brauchst

Einen kleinen Linux-Server mit Docker. Für die Einrichtung genügt ein Installationsbefehl.

Wenn dir das nichts sagt: Bring die Frage zum Treffen mit.

Ehrlicher Stand

Das Projekt steht am Anfang und wächst Stück für Stück; die beschriebenen Funktionen sind unterschiedlich weit gereift. In der öffentlichen Demo kannst du dir den heutigen Stand ansehen — Mitglieder, Beiträge und Rechnungen, Kasse, Veranstaltungen, Vereinspost, Dokumente und das Mitgliederportal sind dort angelegt; Konten, Rollen und Importe sind für Besucher gesperrt, einzelne Abläufe sind noch nicht fertig. Im Alltag eines echten Vereins ist das Ganze noch nicht erprobt: Wer es ausprobieren will, sollte heute noch keinen echten Verein darauf umstellen, sondern erst in die Demo schauen.

MarieKondoForAgents

Daten aufräumen, damit die KI nicht selbstbewusst falsch antwortet.

Lizenz Apache-2.0
Neun Schritte
Menschen entscheiden
Stand: frühe Entwicklung

Das Problem

Wer eine KI auf die eigenen Unterlagen loslässt, stößt selten auf das erwartete Problem. Die KI findet „angebot_final_v3(2).docx“, drei Preislisten aus drei Jahren und eine Mitgliederliste, die seit 2021 niemand angefasst hat. Dann antwortet sie überzeugend — und falsch. Das Problem sitzt nicht im Modell, sondern in den Daten.

Was das Werkzeug macht

Das Werkzeug räumt nach dem Prinzip von Marie Kondo auf: Es nimmt sich einen konkreten Anwendungsfall vor, wirft erst weg, was nicht dazugehört, sortiert den Rest nach Kategorien statt nach Ablageort, gibt jedem Bestand eine verantwortliche Person und eine Definition — und stellt das Ergebnis der KI dann nur lesend zur Verfügung.

  • Erst wegwerfen, dann sortieren

    Doppelte Dateien, überholte Versionen und alles außerhalb des Themas wandern in ein Archiv, aus dem sich jeder Schritt zurücknehmen lässt. Gelöscht wird nichts heimlich.

  • Taugt es noch?

    Jeder Bestand wird nach sechs Fragen bewertet: aktuell, verantwortet, verständlich, auffindbar, widerspruchsfrei, Zugriffsrechte geklärt. Daraus kommt der Vorschlag: behalten, überarbeiten oder weg.

  • Menschen geben frei

    Wegwerfen, Schwärzen, Löschen und Veröffentlichen braucht die Freigabe der Person, die dafür zuständig ist — mit Name und Zeit protokolliert. Dieselben Daten, dieselbe Regel, dasselbe Ergebnis.

Für wen

Vereine, Verwaltungen und Betriebe, die einen KI-Assistenten auf eigene Unterlagen setzen wollen — und wissen müssen, woher jede Antwort kommt.

Was du brauchst

Einen Rechner mit Python. Die Schritte laufen als Befehle, Claude Code führt dich auf Wunsch hindurch.

Wenn dir das nichts sagt: Bring die Frage zum Treffen mit.

Ehrlicher Stand

Das jüngste der drei Projekte: Der Quellcode ist offen, eine fertige Version gibt es noch nicht, und in echten Organisationen ist es noch nicht erprobt — das mitgelieferte Beispiel arbeitet mit einem erfundenen Sportverein, und das Projekt bittet ausdrücklich um Berichte aus ersten Versuchen. Es bringt Bausteine für den Datenschutz mit: Personendaten werden lokal erkannt, Aufbewahrungsfristen und Sperren gelten je Kategorie, und es gibt einen Export für das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten. Kategorien mit geringem Risiko kommen zuerst, besonders schützenswerte Daten zuletzt. Eine Datenschutzprüfung durch dich oder euren Datenschutzbeauftragten ersetzt es nicht.

Ohne Installation: der KI-Modell-Radar

KI-Modell-Radar

Welches Sprachmodell gibt es neu — und was kostet es?

Auf unserer Website
Prüft stündlich zwei Quellen
Ohne Anmeldung

Das Problem

Fast jeden Tag erscheint ein neues KI-Sprachmodell, und die Ankündigungen stehen auf englischen Blogs, in Fachforen und auf Entwicklerplattformen. Wer nur wissen will, ob für die eigene Aufgabe etwas Besseres oder Günstigeres dabei ist, verliert dort schnell den Überblick.

Was das Werkzeug macht

Der Radar prüft stündlich zwei öffentliche Quellen und legt jedes neu erfasste Modell als kurzen Steckbrief auf Deutsch ab: was es kann, wie viel Text es am Stück verarbeitet und — wo die Quelle das hergibt — was die Nutzung kostet. Du musst nichts installieren und dich nicht anmelden; die Seite ist offen.

  • Preise zum Vergleichen

    Für die Modelle, die man über eine Schnittstelle mietet, steht der Preis je eine Million Tokens — so rechnen die Anbieter Text ab —, getrennt für Eingabe und Ausgabe, in US-Dollar und in derselben Einheit für alle diese Modelle.

  • Auch Modelle für den eigenen Server

    Daneben stehen Modelle, die der Anbieter zum Herunterladen freigibt, sodass du sie auf eigener Hardware betreiben kannst. Für die führt der Radar keinen Preis — kostenlos sind sie damit nicht, der eigene Betrieb kostet Rechenzeit.

  • Zahlen sind nicht alles

    Wie sich ein Modell im Alltag schlägt, steht in keinem Datenblatt. Deshalb verweist die Seite auf Bewertungen echter Nutzer.

Für wen

Alle, die KI im Verein, im Betrieb oder privat einsetzen und wissen wollen, was gerade dazugekommen ist.

Was du brauchst

Einen Browser. Sonst nichts.

Ehrlicher Stand

Der Radar zeigt, was seine zwei Quellen melden — eine vollständige Liste aller Modelle der Welt ist das nicht. Die deutschen Kurzbeschreibungen schreibt eine KI aus den Angaben dieser Quellen; die Preise können sich beim Anbieter jederzeit ändern. Anders als die drei Programme oben ist der Radar nichts zum Mitnehmen: er läuft auf unserer Seite, es gibt kein Repository dafür.

Zum KI-Modell-Radar

Du hast ein Problem, für das ein Werkzeug fehlt?

Diese Werkzeuge sind aus Problemen entstanden, die uns in der eigenen Arbeit begegnet sind. Wenn du eines kennst, erzähl es uns — beim nächsten Treffen oder per Mail. Und wenn du selbst programmierst: der Code ist offen, Beiträge sind willkommen.

Alle Projekte des Vereins liegen offen bei GitHub (öffnet in neuem Tab).